Kommentar Change. Mutausbruch.

Wir predigen Transformation, aber leben wir sie auch?

Alles verändert sich, unsere Welt wird schnelllebiger, kundenzentrierter und digitaler. Wer sich nicht anpasst, stirbt. Berater, New-Work-Prediger, Change Manager erzählen diese Story jeden Tag, um ihre Leistungen zu verkaufen.

Dein Change ist unser Change

Doch was, wenn die Veränderung uns selbst trifft? Wenn die Beratungsbranche selbst den Wandel mittragen muss? Was, wenn die Lieblingstasse auf einmal ein anderes Logo trägt? Was, wenn ich mich von heute auf morgen am Telefon mit einem anderen Namen melden soll? Dann geht es an die Substanz. Dann spürt man all die VUCA-Phrasen bis ins Mark. Dann fällt Change auf einmal gar nicht mehr leicht und man erfährt am eigenen Leib, wieviel harte Arbeit, wieviel Emotionen, wieviel Angst, aber auch wieviel Schönes mit Veränderung verbunden sein kann.

Druckverlust: Jeder muss sich selbst der Nächste sein

Hand aufs Herz: Jeder Mensch neigt grundsätzlich dazu, Sicherheit in einem stabilen System zu suchen. Obwohl wir als Berater sehr schnell analysieren können, was bei unseren Kunden schief läuft, wo sie nicht flexibel, nicht innovativ, nicht agil genug denken und arbeiten und dabei schon unser Maßnahmenplan im Kopf reift, vernachlässigen wir uns gern selbst. Wer jeden Tag Veränderungen begleitet, Prozesse optimiert, Emotionen abpuffert, Führungskräfte coacht und so das Bestmögliche für seine Kunden rausholt, der vergisst ab und an, sich als erstes die Sauerstoffmaske aufzusetzen, tief durchzuatmen und sich Raum für die eigene Transformation einzuräumen.

Einmal alles neu, bitte

Wir beraten nicht einfach, wir erweitern: Dich und uns. Das ist das Motto, das uns durch unseren eigenen Veränderungsprozess trägt und uns immer wieder daran erinnert: Nur wer sich selbst stetig weiterentwickelt, sich hinterfragt und Veränderung zulässt, der kann auch anderen mit der Sauerstoffmaske helfen. Diese Erkenntnis haben wir zum Anlass genommen, uns komplett zu transformieren: Neue Marke, neues Logo, neue Farben, neue Online-Kanäle und die Einbettung in einen Strategie-Prozess. Klar, all das bedeutet viel Arbeit, heißt aber noch nicht, dass auch das Herz aller schon „extend.u“ schlägt, dass der Kopf schon mit all dem einverstanden ist und die Verkäuferseele es in die Welt schreien möchte. Genau wie bei unseren Kunden braucht es Zeit, Stabilität und Kommunikation. Wir lernen jeden Tag und nutzen dieses Wissen für künftige Projekte.

Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter

Unsere drei größten Learnings, die wir aus den letzten Monaten mitnehmen, sind:

  • Methoden sind austauschbar, Emotionen nicht
    Als Transformation Manager haben wir natürlich die passende Methodik, um alles akkurat zu durchdenken, doch egal wie groß die Post-it-Metawand auch wurde und wie viele Stunden wir intern in Design Thinking und Co. investiert haben, so mussten wir doch an der ein oder anderen Stellen einsehen: Den perfekten Prototypen für Veränderung gibt es nicht. Rahmenbedingungen und Emotionen können sich so rasant ändern, dass auch diese Unwägbarkeit als Teil der Veränderung akzeptiert werden muss.
     
  • Ohne Wutausbruch, kein Mutausbruch
    Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. Jeder sagt es, die Wenigsten leben es und wir haben erkannt: In Extremsituationen funktioniert vorsichtiges Terrain-Abstecken – wie in Business-Kommunikation üblich – nicht immer. Führungskräfte, die Veränderung erfolgreich steuern wollen, müssen auch mit negativen Emotionen umgehen lernen und erkennen, was sich dahinter verbirgt. Was dem Mitarbeiter da gerade aufstößt, ist vielleicht genau der Schlüssel zu einem erfolgreicheren Unternehmen.
     
  • Zukunft beginnt im Kopf und lebt vom Tun
    Wenn ich meine Vision nicht in die Köpfe der Mitarbeiter pflanzen kann, dann ist nicht etwas mit den Mitarbeitern falsch, sondern entweder etwas mit meiner Kommunikation oder mit der Vision. Was von Führungskräften oft längst verinnerlicht wurde, weil tausendmal durchgesprochen und aufgeschrieben, hat nicht unbedingt im Gleichschritt auch das ganze Team durchgedrungen. Was uns im ersten Moment „einfach“ erscheinen mag, ist es vielleicht nicht. Eine Vision kann schnell und unbemerkt zu komplex und zu abstrakt werden, wenn man versucht allen Ideen gleichzeitig gerecht zu werden. Erst im tagtäglichen, operativen Tun, spüren wir, ob die Vision tatsächlich trägt.

 

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